Pflegeleistungen im Detail: Was zu Hause möglich ist
Von Grundpflege bis Wundversorgung: was hinter den Fachbegriffen steckt, und was zu Hause tatsächlich geleistet werden kann.
Teil unseres Ratgebers: Pflegegrad, Pflegeleistungen und Kosten

Fachliche Prüfung · Pflegehilfs- und Betreuungskraft
Warum klingt Pflege oft komplizierter, als sie ist?
Sobald ein Angehöriger zum ersten Mal Unterstützung braucht, tauchen plötzlich Wörter auf, die man vorher nie gebraucht hat: Grundpflege, Behandlungspflege, Dekubitusprophylaxe. Diese Begriffe klingen fremd, meinen aber meist etwas ganz Alltägliches. Grundpflege ist Unterstützung im Alltag, Behandlungspflege ist medizinische Versorgung mit ärztlicher Verordnung, und Dekubitus ist ein vermeidbares Druckgeschwür. Hier erklären wir jeden Begriff in normaler Sprache.
Manchmal ist es die Oma, die zum ersten Mal gestürzt ist, und plötzlich kommen Fragen, die man noch nie zuvor gestellt hat. Manchmal ist es eine bereits bestehende Pflegesituation, bei der eine neue Herausforderung dazukommt, etwa eine Hautstelle, die sich verändert hat. In beiden Fällen hilft es, die Begriffe einmal ohne Fachchinesisch zu verstehen, bevor man sich mit den Details beschäftigt.
Das Wichtigste in Kürze
- Grundpflege meint die Unterstützung bei alltäglichen Dingen wie Waschen, Anziehen und Essen.
- Behandlungspflege meint medizinische Aufgaben wie Medikamentengabe oder Wundversorgung, die eine ärztliche Verordnung brauchen.
- Dekubitus, umgangssprachlich Wundliegen, ist ein Druckgeschwür, das durch langes Liegen oder Sitzen entsteht und weitgehend vermeidbar ist.
- Ein künstlicher Darmausgang (Stoma) kann verschiedene Formen haben, etwa Kolostoma, Ileostoma oder Urostoma, und erfordert eine spezielle, aber gut erlernbare Versorgung.
- Portversorgung ist eine spezielle medizinische Leistung, die nur ausgebildete Pflegefachkräfte übernehmen dürfen.
- Alle diese Leistungen können zu Hause erbracht werden, oft auch in Kombination miteinander.
Grundpflege und Behandlungspflege, was ist der Unterschied?
Grundpflege ist das, was die meisten Menschen zuerst mit Pflege verbinden: die Unterstützung beim Waschen, Anziehen, Essen und der täglichen Mobilität. Das kann jede geschulte Pflegekraft übernehmen, eine ärztliche Verordnung braucht es dafür nicht. Die Behandlungspflege ist dagegen medizinisch: Medikamentengabe, Wundversorgung, Injektionen. Für diese Leistungen braucht es immer eine ärztliche Verordnung, und sie dürfen nur von ausgebildeten Pflegefachkräften durchgeführt werden.
Der Unterschied entscheidet auch, wer die Leistung überhaupt durchführen darf und wie sie abgerechnet wird. Mehr zu den konkreten Leistungen von simCura auf unserer Seite zur Grundpflege und Behandlungspflege.
Was ist ein Dekubitus, und wie erkenne ich ihn?
Dekubitus, umgangssprachlich auch Wundliegen genannt, ist eine Schädigung der Haut, die entsteht, wenn eine Körperstelle über längere Zeit gedrückt wird, meist weil jemand lange in derselben Position liegt oder sitzt. Die Durchblutung wird unterbrochen, das Gewebe nimmt Schaden, und nach und nach entsteht aus einem geröteten Fleck eine offene Wunde.
Nach dem Expertenstandard des DNQP wird ein Dekubitus in vier Kategorien eingeteilt, je nachdem, wie tief die Schädigung bereits reicht:
- Kategorie 1: Eine Hautrötung, die auch bei Fingerdruck nicht verschwindet, die Hautoberfläche selbst ist noch intakt.
- Kategorie 2: Ein teilweiser Verlust der Haut, sichtbar als flache, offene Stelle oder als Blase.
- Kategorie 3: Die Haut ist in ihrer gesamten Dicke geschädigt, das darunterliegende Gewebe ist betroffen.
- Kategorie 4: Eine tiefe Schädigung, bei der Knochen, Sehnen oder Muskeln sichtbar oder tastbar sind.
Genau bei solchen Situationen zeigt sich der Wert einer erfahrenen Pflegekraft: Ein Pflegedienst wie simCura erkennt solche Anzeichen frühzeitig und weiß, welche Schritte jetzt wichtig sind.
Die gute Nachricht: Ein Dekubitus ist in den meisten Fällen vermeidbar, durch regelmäßiges Umlagern, geeignete Matratzen und aufmerksame Hautpflege. Das nennt sich dann Dekubitusprophylaxe.
Mehr zur Vorbeugung und den einzelnen Kategorien im Detail hier in Dekubitusprophylaxe: Druckgeschwüren vorbeugen.
Was bedeutet ein künstlicher Darmausgang?
Ein künstlicher Darmausgang, medizinisch Stoma genannt, ist eine operativ geschaffene Öffnung, über die Stuhl oder Urin nach außen abgeleitet wird. Er wird meist nach einer Operation nötig, häufig bei Darmkrebs oder chronisch entzündlichen Darmerkrankungen. Es gibt drei häufige Formen: das Kolostoma am Dickdarm, das Ileostoma am Dünndarm, und das Urostoma, das Urin statt Stuhl ableitet.
Jede Form bringt eigene Besonderheiten mit sich, von der täglichen Versorgung bis zu möglichen Komplikationen wie einer parastomalen Hernie.
Wenn die Versorgung zunächst überfordernd wirkt: Ein Pflegedienst wie simCura bringt genau die Erfahrung mit, die für einen sicheren Umgang im Alltag nötig ist.
Mit der richtigen Versorgung ist ein weitgehend normales Leben gut möglich, oft auch mit Sport und uneingeschränkter gesellschaftlicher Teilhabe. Mehr dazu in Künstlicher Darmausgang: Leben mit Stoma, sowie in den vertiefenden Artikeln zu Urostoma.
Was bedeutet Portversorgung?
Ein Portsystem ist ein kleiner, dauerhafter Zugang unter der Haut, über den Medikamente oder Nährlösungen direkt in die Blutbahn abgegeben werden können, ohne dass jedes Mal eine neue Vene gesucht werden muss. Die Portversorgung ist die fachgerechte Pflege dieses Zugangs.
Diese Leistung darf ausschließlich von dafür qualifizierten Pflegefachkräften durchgeführt werden, und nur nach ärztlicher Verordnung. Dazu gehört dann das regelmäßige Spülen des Zugangs, die Kontrolle der Einstichstelle auf Anzeichen möglicher Entzündung, und der fachgerechte Verbandswechsel. Weil dabei ein direkter Zugang zur Blutbahn besteht, ist besondere Sorgfalt bei der Hygiene nötig. Ein eigener Ratgeber-Artikel zur Portversorgung ist in Vorbereitung.
Häufige Fragen zu den Pflegeleistungen
Was ist der Unterschied zwischen Grundpflege und Behandlungspflege?
Grundpflege sind alltägliche Unterstützungen wie Waschen und Essen. Behandlungspflege sind medizinische Aufgaben, die eine ärztliche Verordnung brauchen. Mehr zum konkreten Angebot auf unserer Leistungsseite Grundpflege.
Was bedeutet ein künstlicher Darmausgang?
Ein künstlicher Darmausgang, medizinisch Stoma genannt, ist eine operativ geschaffene Öffnung, über die Stuhl oder Urin nach außen abgeleitet wird, meist nach einer Operation bei Darmkrebs. Mehr dazu in Künstlicher Darmausgang: Leben mit Stoma.
Was ist ein Dekubitus, und ist er gefährlich?
Ein Dekubitus ist eine Druckschädigung der Haut, die in vier Kategorien von leicht bis schwer eingeteilt wird. Unbehandelt kann er sich verschlimmern, ist aber weitgehend vermeidbar.
Kann ich als Angehöriger diese Leistungen selbst übernehmen?
Grundpflege können Angehörige nach Anleitung übernehmen. Behandlungspflege wie Wundversorgung oder Portpflege darf ausschließlich von ausgebildeten Pflegefachkräften durchgeführt werden.
Bietet simCura alle diese Leistungen an?
Ja, simCura übernimmt sowohl Grundpflege als auch Behandlungspflege, einschließlich Dekubitusprophylaxe, Stomaversorgung und Portversorgung. Mehr dazu auf unserer Leistungsseite Behandlungspflege.
Fazit zu den Pflegeleistungen
Hinter den Fachbegriffen der Pflege steckt selten etwas Kompliziertes, sondern meist eine klare, erlernbare Aufgabe. Ob Grundpflege oder eine spezielle medizinische Versorgung wie Dekubitusprophylaxe: Zu Hause ist mehr möglich, als viele zunächst denken.
Quellen und Stand
DNQP: Expertenstandard Dekubitusprophylaxe in der Pflege, 2. Aktualisierung 2017
EPUAP/NPIAP/PPPIA: Prevention and Treatment of Pressure Ulcers/Injuries: Quick Reference Guide, 2019
Stand dieses Artikels: [DATUM] · Nächste Prüfung: [DATUM, spätestens Anfang 2028]

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