24-Stunden-Pflege: Was wirklich dahintersteckt

Zwischen einer einzelnen Betreuungskraft und echter Rund-um-die-Uhr-Versorgung liegt ein großer Unterschied: was rechtlich möglich ist, und wie es organisiert werden kann. 

Teil unseres Ratgebers: Ambulante Pflege organisieren

Askin N.(Pflegehilfs- und Betreuungskraft)
Askin N.

Fachliche Prüfung · Pflegehilfs- und Betreuungskraft

Ist echte 24-Stunden-Pflege überhaupt möglich?

Ja, aber nicht durch eine einzelne Person, denn die muss die gesetzlich vorgeschriebenen Ruhezeiten einhalten, sondern durch mehrere Pflegefachkräfte im Schichtsystem, die sich einfach abwechseln. Genau das kann ein ambulanter Pflegedienst leisten und organisieren, ganz ähnlich wie in einem Krankenhaus.

Viele Familien kommen irgendwann an diesen Punkt, wo eine einzelne Unterstützung einfach nicht mehr ausreicht. Vielleicht ist es die fortgeschrittene Demenz, bei der nachts ständig jemand da sein muss. Oder es ist ein Zustand, der sich innerhalb weniger Wochen so stark verändert hat, dass plötzlich Hilfe rund um die Uhr nötig ist. In diesem Moment taucht fast immer derselbe Gedanke auf: Wie soll das gehen, ohne dass jemand völlig erschöpft zurückbleibt?

Genau das ist die Sorge, die berechtigt ist, wenn man an eine einzelne Person denkt, die angeblich rund um die Uhr da sein soll. Bei einer Versorgung im Schichtsystem stellt sich diese Frage anders, weil die Verantwortung auf mehreren Schultern verteilt und professionell organisiert wird, statt auf einer einzelnen Person zu liegen, die irgendwann nicht mehr kann.

Das Wichtigste in Kürze

24-Stunden-Pflege auf einen Blick

Wie funktioniert Versorgung im Schichtsystem?

Mehrere Pflegefachkräfte teilen sich den Tag und die Nacht in Schichten auf, ähnlich wie in einem Krankenhaus, sodass zu jeder Tages- und Nachtzeit jemand da ist. Oft übernehmen die Pflegekräfte die gleichen Schichten und so ist immer ein bekanntes Gesicht da. 

Nach § 71 SGB XI müssen Pflegedienste ohnehin eine ständige Erreichbarkeit bei Tag und Nacht sicherstellen, das ist die gesetzliche Grundlage dafür.

In der Praxis heißt das meist: eine Frühschicht, eine Spätschicht und eine Nachtschicht, jeweils mit fester Übergabe. Was in der einen Schicht passiert ist, weiß die nächste Pflegekraft, weil alles dokumentiert und weitergegeben wird. Genau das unterscheidet eine organisierte Versorgung von einer einzelnen Person, die alles allein im Kopf behalten muss.

simCura organisiert diese Schichten so, dass möglichst wenige verschiedene Personen im Einsatz sind, damit Vertrauen und Kontinuität erhalten bleiben, auch wenn keine einzelne Person durchgehend da ist.

Was kostet eine Rund-um-die-Uhr-Versorgung durch einen Pflegedienst?

Die Kosten hängen von der Anzahl der benötigten Schichten und dem individuellen Pflegebedarf ab, daher gibt es keine pauschale Zahl. Die Pflegesachleistungen können einen Teil davon abdecken, je nach Pflegegrad, bei einem so hohen Versorgungsumfang bleibt aber häufig ein spürbarer Eigenanteil übrig.

simCura erstellt dafür im Erstgespräch eine individuelle Kosteneinschätzung, so haben Sie Planungssicherheit. Alle Beträge zu den Pflegesachleistungen sind in der Übersicht der Leistungsbeträge des Bundesministeriums für Gesundheit aufgeführt.

Zur Orientierung: Der Umfang entscheidet über die Kosten. Eine durchgehende Versorgung mit drei Schichten täglich liegt deutlich über dem, was die Pflegesachleistungen abdecken, während eine Versorgung mit verstärkter Nachtpräsenz und Entlastung durch Angehörige am Tag oft näher am Budget bleibt.

Rechnen Sie außerdem den Entlastungsbetrag und bei Bedarf die Verhinderungspflege mit ein, beide können den Eigenanteil zusätzlich senken.

Für wen eignet sich diese Versorgungsform?

Eine Versorgung im Schichtsystem eignet sich besonders, wenn wirklich eine durchgehende Unterstützung nötig ist, wie etwa bei einer sehr weit fortgeschrittenen Demenz mit nächtlicher Unruhe, oder auch bei einem sehr hohen Pflegebedarf, der eine einzelne Person zeitlich stark überfordern würde.

Auch nach einem Schlaganfall oder in der letzten Lebensphase, wenn medizinische und pflegerische Aufgaben rund um die Uhr anfallen, ist diese Versorgungsform oft die einzige realistische Lösung. Sie gibt Familien die Sicherheit, dass jemand da ist, ohne dass ein einzelner Angehöriger die ganze Last allein trägt.

Unser Tipp

Sprechen Sie im Erstgespräch offen darüber, zu welchen Tages- und Nachtzeiten der Bedarf am größten ist. So lässt sich die Versorgung gezielt dort verstärken, wo sie am meisten gebraucht wird, statt rund um die Uhr pauschal gleich viel Personal einzuplanen.

Was ist der Unterschied zur Betreuungskraft-Variante?

Häufig ist mit der „24-Stunden-Pflege“ umgangssprachlich eine einzelne Betreuungskraft gemeint, die dann im Haushalt mit lebt und meistens über die Entsendung aus einem EU-Land kommt. Diese Variante übernimmt Alltagsunterstützung, aber eben keine medizinische Behandlungspflege, und rechtlich keine echte 24-Stunden-Abdeckung ohne ausreichende Pausen.

Die Versorgung durch mehrere Pflegefachkräfte im Schichtsystem ist dagegen von Grund auf für eine echte Rund-um-die-Uhr-Abdeckung ausgelegt, inklusive der medizinischen Behandlungspflege, wo sie gebraucht wird.

Welche Variante besser passt, hängt stark vom Pflegebedarf ab: Wer vor allem Gesellschaft und Alltagsunterstützung braucht, ist mit einer Betreuungskraft oft gut versorgt. Wer regelmäßig medizinische Versorgung benötigt, ist mit dem Schichtsystem sicherer aufgehoben.

Für leichtere Fälle kann auch Tagespflege oder Betreutes Wohnen bereits ausreichen.

Häufige Fragen zur 24-Stunden-Pflege

Ja, über ein Schichtsystem mit mehreren Pflegefachkräften, die sich abwechseln. Eine einzelne Person kann das rechtlich und körperlich nicht leisten.

Das hängt vom individuellen Bedarf und der Anzahl der Schichten ab, eine pauschale Zahl gibt es nicht. Mehr zu den Leistungen in Pflegegrad, Pflegeleistungen und Kosten: der Überblick.

Nein, das ist ein anderes Modell. Dort lebt eine einzelne Person im Haushalt, hier versorgen mehrere Pflegefachkräfte im Wechsel die pflegebedürftige Person. Für manche Situationen passt auch eher Betreutes Wohnen.

Pflegesachleistungen können einen Teil davon abdecken, je nach Pflegegrad bleibt aber häufig ein Eigenanteil bestehen.

Das hängt von der Organisation ab. simCura versucht, die Zahl der verschiedenen Personen möglichst gering zu halten, damit Vertrauen und Kontinuität erhalten bleiben.

Fazit zur 24-Stunden-Pflege

Echte Rund-um-die-Uhr-Versorgung durch eine einzelne Person gibt es rechtlich nicht, wohl aber durch mehrere Pflegefachkräfte im Schichtsystem. Das ist die seriöse Antwort auf einen sehr hohen Pflegebedarf, organisiert von einem ambulanten Pflegedienst, der die Verantwortung für die gesamte Versorgung trägt.

Hinweis: Alle genannten Beträge basieren auf dem aktuellen Stand der Pflegeversicherung, siehe Quellenangaben.

Quellen und Stand

Stand dieses Artikels: [DATUM] · Nächste Prüfung: [DATUM, spätestens Anfang 2028]

Askin N.(Pflegehilfs- und Betreuungskraft)
Askin N.

Fachliche Prüfung · Pflegehilfs- und Betreuungskraft

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